Das Alpini-Denkmal in Meran

12. Januar 2011 | |

Keine Region in Europa kann so ein dichtes Netz an Architektur und Denkmäler aus der Zeit des Faschismus aufweisen wie Südtirol. Nur wenigen Urlaubsgästen ist dies wohl bewusst, um so mehr sind sie ein Streitpunkt der Lokal- und Landespolitik. Von den Faschisten wurden Denkmäler gezielt eingesetzt, um die Zugehörigkeit Südtirols zu Italien machtvoll zu demonstrieren. In der Zeit des Faschismus war die Unterdrückung der deutschsprachigen Südtiroler besonders stark, weshalb sich viele aus dieser Bevölkerungsgruppe besonders durch diese faschistischen Relikte provoziert fühlen.

Ein Paradebeispiel faschistischer Denkmalpolitik ist das Alpini-Denkmal in Meran. Es erinnert an das 5. Alpini-Regiment, das im italienisch-türkischen Krieg im heutigen Libyen an völker- und menschenrechtswidrigen Exzessen (z.B. Massenerschießungen) beteiligt war. Das Alpini-Regiment wurde in faschistischer Ära von Mailand nach Meran verlegt, um Druck auf die deutschsprachige Bevölkerung auszuüben. Ansonsten besteht keine Verbindung zu Meran. Noch heute legen Militärs und Offizielle Grenze an diesem Denkmal nieder, eine Hinweistafel auf die Verbrechen fehlt hingegen immer noch.

Einmal abgesehen davon, dass in Deutschland solch eine “Heldenverehrung” von offizieller Seite nicht möglich wäre (und das ist gut so!), so verwundert zugleich die Weigerung der Stadtratsmehrheit, auch nur eine Hinweistafel an den Hintergrund dieses Denkmals anzubringen. Dieses Verhalten zeigt noch deutlicher als der Mussolini-Obelisk (Auf dem der Faschist immer noch als “Führer” verherrlicht wird) Mitten in Rom, wie wenig die Ära des Faschismus in Italien aufgearbeitet wurde und zugleich die Unsicherheit der italienischen Politik in der Südtirol-Frage.

Das könnte Sie auch interessieren
Der Ursprung des Ortsnamens Lana
Bericht aus dem Jahr 1902 zur Einweihung von Denkmälern für den Tiroler Freiheitskampf 1809
Ansitz Getreuenstein in Dietenheim-Bruneck
Leidiges Dauerthema: Faschistische Relikte
Demonstration 1946 in Wien
Kommentare

Moin moin aus Norddeutschland!
Meine Urgroßeltern waren USPD,SPD,KPD und Zentrumsparteimitglieder und Funktionäre.
Sie haben die erste Deutsche Republik verteidigt.
Die Reperationsforderungen der Allieirten fielen zu hoch aus,so dass Hitler zum Reichskanzler ernannt wurde.
Geschichte darf sich nicht wiederholen.
Wir brauchen ein one wourld governement
und eine one wourld regierung, die die Wirtschafts, Sozial- Ökologie-, Menschenrechts- und Bürgerrechtsstandarts festlegt und für interkontinentale gleichberechtigung aller Völker sorgt.

— Tobias Kröger · 13. Juni 2011, 09:40 · #

Danke für Deinen Kommentar und Grüße in den Norden!

— Matthias · 30. Juni 2011, 15:19 · #

 

« Eine Seite zurückblättern:

Eine Seite vorblättern: »